Wurfmesser – Der große Freizeitspaß

Wurfmesser – Der große Freizeitspaß

Messerwerfen kennt vermutlich jeder aus dem Zirkus, von Wettkämpfen auf Mittelaltermärkten oder aus diversen Actionfilmen, wie The Expendables. Doch auch im Freizeitsektor werden die hierfür benötigten speziellen Messer, nicht nur unter eingefleischten Messerfans, als Sportgerät immer beliebter. Doch bevor Sie sich selbst ein Wurfmesser kaufen, gibt es im Vorfeld einiges zu beachten, denn nicht jedes Modell ist zu diesem Zweck gleichermaßen geeignet. Worauf Sie bei der Auswahl achten müssen, können Sie nachfolgend nachlesen. Erfahren Sie weiterhin wie Sie ein Wurfmesser werfen und wie die Rechtslage hinsichtlich des Führens aussieht.


Beliebte Modelle im direkten Vergleich

Walther ATK Advanced Throwing Knife


Klingenstahl:

Edelstahl AISI 420

Gesamtlänge:

260 mm

Gewicht:

260 g

Stückzahl:

2 Stk.

Messerscheide inkl.:

check

Scheidenmaterial:

Nylonscheide


Cold Steel True Flight Thrower


Klingenstahl:

Kohlenstoffstahl 1055

Gesamtlänge:

300 mm

Gewicht:

295 g

Stückzahl

1 Stk.

Messerscheide inkl.:

check

Scheidenmaterial:

verstärkte Nylonscheide


Muela Profi Wurfmesser PRO-80L-14 


Klingenstahl:

Edelstahl AISI 420

Gesamtlänge:

250 mm

Gewicht:

200 g

Stückzahl:

1 Stk.

Messerscheide inkl.:

check

Scheidenmaterial:

Lederscheide



Das richtige Wurfmesser kaufen

Unter der großen Auswahl an Wurfmessern auf dem Markt ist es oft schwer das richtige Modell zu finden. Die wichtigsten Attribute, die ein gutes Messer ausmachen, habe ich Ihnen nachfolgend kurz zusammen gestellt. Mit den oben vorgestellten Modellen, machen Sie in aller Regel aber nichts falsch:

Gewicht: 

Das Mindestgewicht sollte etwa 200 g betragen, denn leichtere Modelle lassen sich schwer kontrollieren und neigen zum Abprallen am Ziel, da die Penetrationswirkung vergleichsweise gering ist. Für größere Distanzen, ab ca. 5 m, sind besonders Modelle ab 250 g geeignet. Aber Achtung, je schwerer das Messer ist, desto mehr Muskelkraft und auch Training wird benötigt. Prinzipiell gilt, dass schwerere Messer stabiler fliegen. Dies sollte unbedingt bedacht werden, bevor Sie sich ein Wurfmesser kaufen.

Der Schwerpunkt des Messers sollte ca. 1,5 cm außermittig liegen, damit ein stabiler Flug gewährleistet ist. Wechselt man das Wurfmesser, ändert sich oft auch der Schwerpunkt. Dadurch ändert sich in aller Regel auch das Flugverhalten und man muss sich teils stark umgewöhnen. Mit ein bisschen Übung fällt dies aber immer leichter.

Klingenmaterial und -beschaffenheit: 

Entgegen der allgemeinen Vermutung, dass die Klinge eines Wurfmessers vermutlich sehr scharf sein müsse, ist genau das Gegenteil der Fall. Ist diese nämlich sehr scharf, lässt die erste Verletzung bestimmt nicht lange auf sich warten. Ein Klingengriff wäre ebenfalls nicht mehr möglich. Außerdem ist ein hoher Schärfegrad nicht notwendig, um im Holz stecken zu bleiben, vorausgesetzt die Spitze ist nicht zu breit oder zu dick. Nadelspitzen sind aber dennoch nicht zu empfehlen, denn diese neigen doch sehr zum brechen.

Wurfmesser kaufen - Lesen Sie worauf zu achten ist

Idealerweise sollte die Klinge aus einem weichen Stahl bestehen, so dass Reparaturen schnell und effizient mit einfachem Werkzeug durchgeführt werden können. Gehärtetes Stahl neigt ehr zum Ausbrechen, was nur schwer zu reparieren ist. Idealerweise besteht das Messer aus Federstahl. Besteht das Messer aus Kohlenstoffstahl, ist es zu empfehlen dieses mit Ballistol vor Rost zu schützen. Die verwendeten Stahltypen der oben dargestellten Messer sind alle gut zum Messerwerfen geeignet.

Griff: 

Auf der einen Seite verbessert ein Holzgriff die Ergonomie des Messers, auf der anderen Seite wird dieser beim Messerwerfen sehr stark belastet und muss meist schon nach kurzer Zeit ausgetauscht werden. Daher sollten Sie sich in meinen Augen ein Wurfmesser kaufen, das nicht über zusätzlich aufgebrachte Griffschalen verfügt. Weiterhin sollte der Griff keine Haken oder unnötige Verzierungen aufweisen, an denen man beim Werfen hängen bleiben kann. Sollte Ihnen der Griff aber nicht griffig genug sein, kann man z.B. Isolierband verwenden oder Paracord herumwickeln, wie beim Coldsteel Best Throw.


Messerwerfen - Sind Wurfmesser verboten?

Auch mit der letzten Aktualisierung des Waffengesetzes im April 2008 bleibt der Besitz eines Wurfmessers legal. Sie können sich also ohne Bedenken ein Wurfmesser kaufen. Weiterhin ist nicht klar definiert, ob es sich bei diesen Messern wirklich um Hieb- oder Stichwaffen (vgl. WaffG Anlage 1) handelt oder um ein reines Sportgerät. In einem solchen Fall wären diese von den Vorschriften nicht betroffen. 

Um Problemen vorzubeugen würde ich persönlich aber empfehlen dennoch die für Messer allgemein gültigen Vorschriften zu beachten. Demnach wäre das Führen von Messern mit einer Klingenlänge von über 12 cm verboten, außer es liegt ein berechtigtes Interesse hierzu vor. Zum Beispiel "Sport oder ein allgemein anerkannter Zweck". Auch der Transport in abschließbaren Behältnissen ist weiterhin erlaubt.

Beim Wurfmesser werfen auf Ihrem eigenen Grundstück unter Beachtung der unteren Sicherheitsregeln bezüglich Ausführung und Positionierung des Ziels sollten Sie allerdings immer auf der sicheren Seite sein.

An dieser Stelle sei aber noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um keine verbindliche Rechtsberatung handelt und ich über keine rechtswissenschaftliche Ausbildung verfüge. Bitte wenden Sie sich im Zweifel an Ihre örtliche Polizeidienststelle.

Messerwerfen - Sind Wurfmesser verboten?

Wurfmesser werfen - Eine Kurzanleitung

Messerwerfen ist nicht ansatzweise so einfach wie es oft in Filmen dargestellt wird sondern erfordert ein erhebliches Maß an Übung, Training und vor allem die richtige Technik. Nachfolgend möchte ich Ihnen daher die wichtigsten Grundzüge näher bringen.

Zuerst möchte ich über die möglichen Grifftechniken sprechen. Die grundlegendste Technik ist der sogenannte Hammergriff, der sich besonders für schwerere Messer eignet. Hierfür nimmt man das Messer, wie der Name bereits andeutet, wie einen Hammer in die Hand. Es besteht die Option den Daumen auf den Messerrücken zu legen, um das Zielen zu erleichtern. Achten Sie darauf Ihr Handgelenk zu jeder Zeit steif zu lassen.

Für leichtere Messer kann auch der Klemmgriff verwendet werden. Hierbei wird das Wurfmesser zwischen Daumen und Zeigefinger eingeklemmt. Dies muss so erfolgen, dass es die Verlängerung des Armes darstellt. Nicht bis wenig scharfe Messer können mit dieser Technik auch an der Klinge gegriffen werden.

Nun zum Messerwerfen selbst. Der rechte Fuß wird hinten und der linke Fluß vorne platziert. Die Fußspitzen sollten ungefähr in einem Winkel von 45° zueinander stehen. Die Fersen stehen nahezu auf einer gedachten Linie. Die Knie sind leicht gebeugt.

Zum Wurfmesser werfen werden nun beide Arme nach vorne, in Richtung des Ziels, gestreckt. Führen Sie den Arm nun in einer kreisförmigen Bewegung nach hinten, hinter Ihren Kopf, um Schwung aufzubauen. Beschleunigen Sie das Messer auf dem gleichen Bogen wieder nach vorne. Dabei verlagern Sie Ihr Gewicht vom rechten auf das vordere linke Bein, der Oberkörper wird entsprechend mitgeführt. Lassen Sie das Messer los, wenn Ihre Arme wieder parallel, vor Ihrem Körper, sind. Stoppen Sie die Bewegung Ihres rechten Armes aber nicht sofort nach dem Loslassen, sondern schwingen Sie ganz durch.

Für den stetigen Erfolg ist es entscheidend, dass der Bewegungsablauf bei jedem Wurf exakt gleich ist. Dies setzt aber wie bereits angesprochen regelmäßiges Üben voraus, was aber allerdings großen Spaß macht. Für eine ausführlichere Anleitung kann ich Ihnen das Handbuch Messer- und Axtwerfen von Dieter Führer ans Herz legen. In meinen Augen einer der besten Ratgeber zu diesem Thema.


Worauf soll ich mein Wurfmesser werfen?

Neben der korrekten Wurftechnik, ist es natürlich auch wichtig ein vernünftiges und angemessenes Ziel zum Üben zur Verfügung zu haben. Hierfür muss allerdings ebenfalls einiges beachtet werden, um Schäden am Material und möglic​​​​he Verletzungen zu vermeiden.

Als Material eignen sich hier Holzbretter mit Abstand am besten, z.B. Tannenholz. Als Daumenregel lässt sich sagen, dass diese so dick wie möglich sein sollten. Idealerweise mindestens 4 cm, so dass man das Ziel beidseitig nutzen kann; auf diese Art und Weise wird die Lebensdauer des Ziels deutlich erhöht. Dünne, nicht abgestützte Bretter bergen zudem die Gefahr wie eine Feder zu wirken und das Messer auf euch zurück zu schleudern. Zur Konstruktion eines einfachen Ziels schraubt man diese nun einfach auf ein Holzgestell, das man anschließend lediglich an einer geeigneten Stelle anlehnt.

Für die Abmessungen des Ziels sollte beachtet werden, dass dieses mindestens 1 m breit sein und vom Boden bis ca. 30 cm über Ihre Augenhöhe ragen sollte, um ein Verfehlen beim Messerwerfen so unwahrscheinlich wie möglich zu gestalten. Achten Sie darauf, dass die Holzmaserung senkrecht zum Boden, also von oben nach untern verläuft, so dass das Messer leichter ins Holz eindringen kann.

Prinzipiell kann man auch mehrere Holzscheiben nebeneinander verwenden. Dies hat den Vorteil, dass Klingen stets gut ins Holz eindringen. Allerdings muss man hierbei berücksichtigen, dass Messer auch zwischen die Scheiben geworfen werden können.

Zum Wurfmesser werfen ist ein angemessenes Ziel äußerst wichtig

Zusätzlich sind die allgemeinen Sicherheitsregeln, die ich im Rahmen des Beitrags zum Thema Steinschleudern bereits angesprochen habe, hier ebenso gültig.

Hinweise zum Aufstellort des Ziels

Der Aufstellort ist aus Sicherheitsgründen auch sehr wichtig und sollte von Anfang an mit Bedacht ausgewählt werden. Schon bereits bevor Sie sich ein Wurfmesser kaufen, sollten Sie sich über den späteren Übungsort Gedanken machen. Zu allererst sollte gewährleistet werden, dass Sie den Bereich im Umkreis von mindestens 10 m (also auch hinter dem Ziel) gut und zu jeder Zeit eingesehen werden kann.

Sollte das Ziel an einer Mauer lehnen, vergewissern Sie sich was hinter der Mauer ist. Denn irgendwann wird beim Wurfmesser werfen auch einmal eins darüber gehen; egal wie hoch die Mauer ist. Von einer Aufstellung in hohem Gras würde ich auch absehen, denn geht einmal ein Wurf daneben, ist es sehr schwer dieses wieder zu finden.

Auf lebende Bäume sollte unter keinen Umständen geworden werden, nicht nur des Baumes wegen, sondern auch um Beschädigungen am Messer zu vermeiden. Über die zurückbleibenden Schnitten in der Rinde, können Krankheitserreger in den Baum eindringen und diesen schwer schädigen. Durch die zylindrische Stammform ist ein definiertes Auftreffen nur schwer möglich, wodurch die Spitze des Messers schnell in Mitleidenschaft gezogen werden kann. 

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