Bogenzubehör und -ausrüstung

Bogenzubehör und -ausrüstung

Ein erfolgreicher Bogenschütze benötigt neben dem Sportgerät selbst noch einiges an Ausrüstung und Bogenzubehör, um dieses an seine Bedürfnisse anzupassen, seine Leistung zu steigern und sich selbst zu schützen. Welches Zubehör Sie hier noch benötigen, möchte ich Ihnen in nachfolgendem Artikel genauer erklären. Erfahren Sie wozu ein Fingertab oder Schießhandschuhe benötigt werden, wovor ein Armschutz und ein Streifschutz schützt und welcher Pfeilköcher für Sie in Frage kommt. Weiterhin möchte ich Ihnen erklären, was ein Stabilisator, eine Pfeilauflage, ein Release und ein Klicker in diesem Zusammenhang ist. Lesen Sie zudem worauf Sie bei der Auswahl einer Bogentasche achten müssen.


Pfeilköcher

Ein Pfeilköcher ist ein essentielles Bogenzubehör, das der sicheren Aufbewahrung Ihrer Pfeile dient und einen schnellen Zugriff auf diese erlaubt. Doch hier werden Sie schnell sehen, dass es hier die unterschiedlichsten Modelle gibt. Grundsätzlich unterscheidet man diese darin, wo sie getragen werden: auf dem Rücken, an der Seite oder direkt am Bogen. Nachfolgend habe ich Ihnen in einer Tabelle typische Vertreter der entsprechenden Gruppe vor- und gegenüber gestellt.

elTORO Seitenköcher Sys mit Röhren


Seitenköcher

Material:

Cordura (Polyamid)

Kapazität (Carbonpfeil):

ca. 15 Stk.

Pfeilseparation:

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Art der Separation:

Drei Kunststoffröhren

Zusatztasche:

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elTORO Rückenköcher aus Leder


Rückenköcher

Material:

Wildleder

Kapazität (Carbonpfeil):

15 - 20 Stk.

Pfeilseparation:

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Art der Separation:

Eingearbeitetes Extrafach

Zusatztasche:

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Toppoint Archery Bogenköcher


Bogenköcher

Material:

Kunststoff (ABS)

Kapazität (Carbonpfeil):

5 Stk.

Pfeilseparation:

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Art der Separation:

Pfeilgreifer

Zusatztasche:

times-circle

Jede Variante hat natürlich entsprechende Vor- aber eben auch Nachteile. Im Prinzip hängt hier die richtige Wahl davon ab, worauf Sie am meisten Wert legen. Der Rückenköcher wird auf dem Rücken getragen. Dies ermöglicht natürlich maximale Bewegungsfreiheit, da die Pfeile hier kaum stören. Aber die Pfeile sind daher nicht so gut erreichbar wie bei den andern beiden Typen. Zudem muss beim Greifen der Stand verändert werden, was deutliche Unruhe in den Bewegungsablauf bringt. Zum präzisen Schießen eignet sich ein Seitenköcher daher deutlich besser, da der Stand zum Greifen überhaupt nicht verändert werden muss. Dieser wird durch Laschen seitlich am Gürtel befestigt. Hier stören aber die Pfeile beim Laufen merklich.

Bei einem Bogenköcher sind die Pfeile direkt am Bogen befestigt, wodurch dieser beim Laufen natürlich gar nicht stört. Auch der Stand muss durch diesen nicht verändert werden. Zudem wird das Bogengewicht erhöht, was sich ebenfalls günstig aufs Schießen auswirkt (siehe Kapitel zu Stabilisatoren). Der größte Nachteil ist hier aber die dramatisch niedrigere Kapazität. Lediglich 5-8 Pfeile können je nach Modell mitgeführt werden.

Eine Empfehlung möchte ich aber noch aussprechen. Kaufen Sie sich am besten einen Pfeilköcher, der entweder über Röhren oder integrierte Taschen zur Pfeilseparation verfügt. So können Sie Pfeile mit verschiedenen Spitzen mitführen und sortiert aufbewahren. So entsteht kein Gesuche und alles hat seinen festen Platz.


Bogenschießen Ausrüstung

Bei modernen Bögen wirken gewaltige Kräfte, die leider nicht nur den Pfeil beschleunigen, sondern auch kräftige Schmerzen verursachen können, wenn die Sehne den Körper trifft. Doch keine Sorge, hierfür gibt es eine ganze Reihe an geeigneter Schutzausrüstung, die verhindert, dass es zu Verletzungen kommt. Die essentiellen Stücke habe ich Ihnen nachfolgend zusammengetragen.

Schießhandschuhe und Fingertab

Wie bereits im Hauptartikel zum Thema Bogenschießen beschrieben, kann es schnell zu Taubheitsgefühlen und großen Schmerzen in den Fingern kommen, wenn man die Bogensehne mit bloßen Händen spannt. Und dies ist nicht nur bei schweren Modellen mit über 40 lbs der Fall. Es ist daher unbedingt notwendig einen Fingertab oder Schießhandschuhe zu verwenden.

Ein Fingertab ist im Grunde ein Stück Leder, das zwischen Sehne und Finger gelegt wird. Prinzipiell lässt sich mit einem Fingertab ein besseres Schussergebnis erzielen. Schießhandschuhe sind hier etwas weniger genau, nicht zuletzt weil diese eben Nähte aufweisen und etwas dicker sind. Daher ist dies auch die bevorzugte Wahl von Profischützen.

Ich bevorzuge aber dennoch Schießhandschuhe, da ich diese einfach wesentlich praktischer finde. Dieser wird über drei Finger gezogen und am Handgelenk durch ein Klettband befestigt. So hält dieser sicher und muss nicht nach jeden Schuss abgenommen werden.

Schießhandschuhe und Fingertab - Ihre Finger werden es Ihnen Danken!

Auch diese sind in aller Regel aus Leder gefertigt und schützen die Finger optimal. In meinen Augen gibt es hier kein richtig oder falsch und sollte im Hobbysport nach Gefallen ausgewählt werden. Ich empfehle hier die Schießhandschuhe, da ich mit diesen auch einmal etwas trinken kann ohne sie abzulegen. Ich verwende hier ein einfaches Modell der Firma elTORO.

Armschutz

Beim Lösen des Schusses schlägt die Sehne stark nach links und rechts aus, besonders bei unerfahreneren Schützen. Doch selbst bei erfahrenen Sportlern ist dies nicht auszuschließen. Es kommt daher durchaus des Öfteren vor, dass die Sehne den Unterarm streift. Und bitte glauben Sie mir dies tut nicht nur bei sehr starken Bögen höllisch weh. Stellen Sie sich auf einen Bluterguss ein, der Sie mindestens eine Woche begleiten wird.

Bogenschießen Ausrüstung - Der Armschutz

Tragen Sie daher bitte unbedingt immer einen passenden Armschutz. Durch diesen bleibt Ihre Haut bei einem Schlag unberührt. In aller Regel reicht ein Modell, das Ihren Unterarm bedeckt, da die Sehne meist nur dort auftrifft. Im Zweifel gibt es auch längere Modelle, die auch Ihren Ellbogenbereich mit abdecken. Dies ist meist auch für Frauen zu empfehlen, da bei Damen die Sehne meist etwas weiter oben trifft.

Ob Sie sich nun ein Modell aus Kunststoff oder Leder kaufen, macht in meinen Augen keinen wirklichen Unterschied. Ich persönlich habe bisher aber nur Modelle aus Leder besessen und kann bisher nichts negatives sagen. Bin aber allgemein ein großer Freund von natürlichen Materialien. Aktuell verwendete ich einen Armschutz der Marke BEARPAW und bin damit bisher rundum zufrieden.

Brustschutz/ Streifschutz

Beim Bogenschießen kommt es häufig vor, dass die Sehne beim Beschleunigen die Kleidung des Schützen streift. Dies wird zwar meist nicht bemerkt, kann aber die Auslenkung der Sehne entscheidend verändern und so den Pfeilflug beeinträchtigen. Durch einen einfachen Streifschutz (z.B. CARTEL Chestguard 101), der mit Riemen über Schulter und Brust getragen wird, kann das Verfangen der Sehne gänzlich ausgeschlossen werden. Zudem schützen Sie sich selbst vor der schnellenden Sehne. Da diese zudem nahezu nichts kosten, würde ich die Investition durchaus empfehlen.


Bogenzubehör

Auch am Bogen selbst kann viel modifiziert werden, um diesen an seine Bedürfnisse und Wünsche anzupassen und das Schussergebnis dramatisch zu verbessern. Manches Bogenzubehör ist optional und eignet sich besonders für erfahrene Schützen, um das letzte Quäntchen an Genauigkeit aus Ihrem Bogen zu holen, andere Zubehörteile sind auch für Anfänger essentiell. Nachfolgend möchte ich Ihnen einen groben Überblick über das Zubehör verschaffen.

Stabilisatoren

Bei den Stabilisator-Systemen handelt es sich in meinen Augen, um optionales Bogenzubehör für Wettkampfsportler. Für Hobbyschützen, die in ihrem Garten üben oder nur selten schießen würde ich diese nicht unbedingt empfehlen. Nicht zuletzt, da gute Modelle nicht gerade günstig sind.

Einfach gesagt, besteht ein Stabilisator aus einem Stab, an dessen Ende ein Gewicht montiert ist, das als Gegenkraft fungiert. Von einem Monostabilisator spricht man dann, wenn ein einzelner Stab am Ende des Bogens montiert ist. Darüberhinaus können aber auch welche seitlich angebracht werden, um den Bogen auch horizontal zu stabilisieren.

Die stabilisierende Wirkung hat drei Ursachen. Zum einen wird das Gewicht des Bogens erhöht, was zu einer ruhigeren Haltung im Anker und damit zu einem ruhigeren Schussablauf führt. Weiterhin verlagert sich der Drehpunkt des Bogens nach vorne, das heißt nach dem Schuss klappt der Bogen nach vorne und nicht mehr länger nach hinten weg. Dies ist gewünscht, da dieser Ablauf natürlicher ist und so die Präzision erhöht.

Zu guter Letzt wird auch die Vibration des Bogens nach dem Schuss vermindert. Die freiwerdende Energie wird ohne Stabilisator zu einem guten Teil auf den Arm des Schützen übertragen. Verdrehungen oder ähnliches Verreißen der Hand bleibt aus.

Mit Stabilisator, Brustschoner und Pfeilköcher zum Sieg

Montiert wird der Stabilisator am dafür vorgesehenen Gewinde im Mittelteil des Recurve- oder Compoundbogens. Wie Sie sehen dient ein Stabilisator also dem Verbessern der Präzision und vor allem dem Ruhighalten des Bogens im Anker. Nachfolgend habe ich Ihnen einen Stabilisator der namhaften Marke CARTEL verlinkt, falls Sie über einen Kauf nachdenken sollten oder sich weiter informieren möchten.

Pfeilauflage

Eine Pfeilauflage dient dazu, dass der Pfeil zum einen sicher gehalten wird, während Sie die Sehne spannen und dazu, dass dieser sowie dessen Befiederung den Bogen unbeschadet verlassen können. Ansonsten würden zwei harte Materialien mit hohen Geschwindigkeiten aufeinander reiben, was über kurz oder lang zu Beschädigungen führen würde. 

Die Pfeilauflage - Standard Bogenzubehör

Durch die sichere Auflage wird zudem sicher gestellt, dass das Geschoss bei jedem Schuss die exakt gleiche Auflageposition aufweist. Hierdurch wird also eine weitere Möglichkeit, die Genauigkeit zu verschlechtern gezielt ausgeschaltet.

Aus diesem Grund muss eine beschädigte Pfeilauflage auch sofort ausgetauscht werden, um auszuschließen, dass sich das Schussbild merklich verschlechtert. 

In aller Regel werden die Auflagen im Mittelteil des Bogens angebracht; sie werden entweder geschraubt oder angeklebt. Bei Recurve- oder Compoundbögen bestehen diese meist aus Kunststoff oder Metall. Diese sind oft auch so konzipiert, dass sich diese vom Pfeil weg klappen, um nicht in Kontakt mit dem Fletching zu treten.

Bei traditionellen Langbögen kommt meist auch eine ursprünglichere Pfeilauflage zum Einsatz. Diese besteht hier dann meist aus Leder oder aus einer Art Filz. Wie Sie sehen ist eine gute Auflage ein absolutes Muss, um ein konstantes Trefferbild zu erzielen und die Pfeile unbeschädigt zu halten. Folgen Sie unten stehenden Link, können Sie sich einen guten Überblick über die erhältlichen Modelle verschaffen.

Release

Der auf Deutsch als "Auslöser" übersetzbare Release ist vor allem bei Compoundbogen-Schützen zu finden. Dies liegt in der kompakten Bauweise dieser Bögen begründet. Durch diese läuft die Sehne bei vollem Auszug sehr spitz nach hinten hin zu. Der Winkel ist hier dann so spitz, dass die Sehne nicht mehr mit drei Fingern gehalten werden kann; zumindest nicht bequem. Daher wird der Release an einer, an der Sehne befestigten Schlaufe eingehakt und die Sehne gespannt.

Um das Spannen zu erleichtern, weist der Release entweder eine Schlaufe auf, die um das Handgelenkt gelegt wird oder ist wie ein Pistolengriff geformt, der den Fingern perfekten Halt verleiht. 

Die Schussauslösung erfolgt abhängig vom Modell entweder durch die Betätigung eines Abzugs oder durch die Drehung des Handgelenks.

Da die Sehne mit einem Release nicht versehentlich nach links oder rechts abgeleitet wird, wie es bei der Auslösung per Hand oft der Fall sein kann, ist der Schuss hier meist präziser und konstanter. Der Faktor Mensch wird weiter minimiert. Für Compoundbögen in meinen Augen ein Muss!

Der Release

Klicker

Klicker sind besonders für den Wettkampfsport von Vorteil. Hierbei handelt es sich um ein Hilfsmittel, um zu garantieren, dass bei jedem Schuss der gleiche Auszug erreicht wird. So kann ein konstanter Schussablauf und damit eine höhere Präzision bei Schüssen auf große Distanz erreicht werden. Die Pfeilenergie sollte somit immer weitestgehend konstant sein.

Ein Klicker besteht meist aus einem Streifen Metall oder kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff; es gibt aber auch solche, die magnetisch funktionieren. Dieser signalisiert das Erreichen des eingestellten Sehnenauszugs durch ein hörbares Klickgeräusch. Daher hat dieser auch seinen Namen. Montiert wird dieser im Bogenfenster, kurz vor der Pfeilauflage. Das Klicken entsteht hier, wenn der Pfeil weit genug gezogen wurde und der genannte Streifen von der Spitze des Pfeils abgleitet und gegen den Griff des Bogens schlägt. Wie Sie sich hier bestimmt denken können, setzt dies auch die korrekte Pfeillänge voraus. 

Wie bereits  zu Beginn erwähnt, eignet sich ein Klicker besonders für den erfahrenen Schützen, dessen Bewegungsablauf bereits weitestgehend automatisch und gleichmäßig funktioniert. Bei Anfängern gibt es von Schuss zu Schuss noch zu viel Varianz. Diese Hilfsmittel müssen präzise eingestellt werden und auch die richtige Pfeillänge ist entscheidend. Dies ist bei Beginnern meist noch sehr variabel.


Bogentasche und Co.

Zu guter Letzt möchte ich noch auf die richtige Aufbewahrung Ihres Bogens und der entsprechenden Bogenschießen Ausrüstung eingehen. Um den Bogen und dessen Bestandteile nicht zu beschädigen und deren Qualität und Leistung zu bewahren, sollten Sie auch hier entsprechend vorsorgen. Hierzu gibt es verschiedenste Koffer, Taschen und Rucksäcke, die sich hier bestens eignen. 

Ist eine Bogentasche oder ein -koffer die bessere Wahl?

Für die einzelnen Bogentypen gibt es jeweils spezielle Modelle. Ein Langbogen zum Beispiel benötigt eben einfach deutlich mehr Platz als ein Take Down Recurvebogen. Wichtig ist in meinen Augen stets, dass der Bogen gut gepolstert und sicher verwahrt ist und genug Stauraum für das gesamte Bogenzubehör zur Verfügung steht.

Ob Sie sich nun aber schlussendlich einen Rucksack, eine Bogentasche oder einen Koffer kaufen bleibt schlussendlich Ihnen überlassen. Ich persönlich bin bisher aber mit Taschen am zufriedensten gewesen.

Möchten Sie Ihren Bogen aber häufig mit auf Reisen nehmen oder sogar im Flugzeug transportieren, dann sind Sie wohl mit einem Koffer am besten beraten, hier bietet eine Bogentasche oder ein Rucksack nicht ausreichend Schutz. Jeder weiß wie liebevoll mit Gepäck am Flughafen umgegangen wird. Der harte Kunststoff der Kofferhülle schützt diesen optimal vor Schlägen und äußeren Einflüssen. Für Take Down Modelle und wenn keine Reise ansteht, ist in meinen Augen ein Rucksack wohl die komfortabelste Lösung zum Transport, vor allem wenn zu Fuß größere Strecken zurück gelegt werden müssen.

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