Bowie-Messer – Brachialer geht es kaum!

"Das ist doch kein Messer. DAS ist ein Messer!". Wer Crocodile Dundee gesehen hat, der kennt diesen Spruch und auch die Bowies nur zu gut. Ein wirklich gewaltiges und brachiales Messer, das in keiner Sammlung fehlen sollte. Doch worauf sollten Sie achten, wenn Sie sich ein Bowie Messer kaufen möchten, gibt es auch Modelle mit nur 12 cm langer Klinge und ist dieses nach dem deutschen Waffengesetz überhaupt legal oder doch verboten?


Was macht diese Messer aus?

Zuallererst wollen wir uns ansehen, was ein Bowie Messer genau ausmacht und wie sich dieses von anderen Messertypen abgrenzt. Wenn Sie regelmäßig Action-Filme, wie beispielsweise die Expendables-Reihe, schauen, dann sind Sie mit diesen Messern bestens vertraut. Denn Bowies kommen hier auf Grund Ihres sehr brachialen Designs sehr gerne zum Einsatz.

Worauf müssen Sie achten, wenn Sie sich ein Bowie Messer kaufen möchten?

In aller Regel ist ein Bowie ein Messer mit sehr starker, breiter und deutlich über 12 cm langer Klinge. Diese ist einseitig geschliffen und weist eine gebogene Spitze auf, eine sehr lang gezogene Clip-Point-Klinge.

Zudem ist für diesen Typ ein sehr ausgeprägter Handschutz typisch. Als Griffmaterial kommt in aller Regel Holz, aber auch Hirschhorn zum Einsatz. Wenn man einmal eines gesehen hat, erkennt man das Design sofort wieder. 

Heutzutage gibt es jedoch eine enorme Bandbreite an verfügbaren Varianten; eher klassisch bis hin zum schlanken taktischen Design. Das typische Bowie Messer zu definieren ist mittlerweile eher schwierig. 

Namensgeber dieses Messertyps ist übrigens der Amerikaner Jim Bowie, der dieses Messer im 19. Jahrhundert ursprünglich als perfektes Universalmesser für den Kampf und die Jagd entwarf und von einem Schmied anfertigen lies.  


Bowie-Messer kaufen - Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie sich ein brachiales Bowie Messer kaufen möchten, mit dem Sie auch langfristig zufrieden sind und jede erdenkliche Schneidaufgabe bis hin zum Batoning im Rahmen von Bushcrafting erledigen können, gibt es einiges zu beachten. Die wichtigsten Aspekte, die ich hier sehe, habe ich Ihnen nachfolgend kurz zusammen gestellt. Wie bei jedem Messertyp, würde ich auch hier auf ein paar grundsätzliche Parameter wert legen, die die Performance maßgeblich beeinflussen.

Gedanken zum Messerstahl und der Konstruktion

Zuallererst ist natürlich die Wahl eines geeigneten Messerstahls grundlegend wichtig. Ich persönlich würde in aller Regel zu einem vernünftigen rostfreien Edelstahl greifen. Ein guter und günstiger Edelstahl, der eine ordentlich Performance bietet, ist das gute alte 440 C. Ein nicht rostfreier Kohlenstoffstahl bietet zwar in aller Regel eine höhere mögliche Schärfe und eine bessere Schnitthaltigkeit, jedoch muss dieses deutlich besser gepflegt und geölt werden, um Rost zu vermeiden. Gerade im Outdoor-Einsatz ist dies nicht immer gewährleistet.

Weiterhin würde ich auch immer auf das allgemeine Messerdesign achten. Damit meine ich nicht nur die Optik alleine, sondern auch wie dieses konstruiert ist.

Gerade wenn Sie auch gröbere Arbeiten mit dem Messer erledigen möchten, würde ich Ihnen empfehlen ein Messer mit durchgehenden Erl zu wählen (Full-Tang). 

Wenn der Erl nach nur wenigen Zentimetern im Griff endet, kann man beim Batoning nur darauf warten, dass das Messer versagt und im schlimmsten Fall am Griffansatz bricht. 

Ist ein Bowie Messer nach dem Waffengesetz erlaubt oder verboten?

Auch die Klingenstärke an sich sollte entsprechend des Anforderungsprofils gewählt werden. Wer ein richtig brachiales Bowie Messer kaufen möchte, sollte einmal einen Blick auf das Undertaker von Condor werfen. Mehr Messer geht kaum, allerdings besteht dieses aus Kohlenstoffstahl.

Auch die Qualität der Messerscheide sollte berücksichtig werden

Gerne vernachlässigt, aber deshalb nicht weniger wichtig ist die Qualität der Scheide. Immerhin sichert dieses Ihr Messer gegen den Verlust bei der Bewegung durchs Unterholz. Wenn Sie sich ein klassisches Bowiemesser kaufen möchten, kommt natürlich nur eine Lederscheide in Frage. Von Kunstleder würde ich persönlich Abstand nehmen. Für ein moderneres Design wäre auch eine ordentliche Nylon oder Kunststoffscheide denkbar. Ich persönlich bevorzuge aber in aller Regel Leder. 

Meine Empfehlung: Das Apache von Nieto

Ein gutes und günstiges Messer, das ich auch selbst in der Sammlung habe und alle der oben genannten Anforderungen erfüllt, ist das Apache von Nieto. Hierbei handelt es sich um ein äußerst robustes Messer mit durchgehendem Erl, das sich auch für die härtesten Aufgaben eignet.

Durch den recht geringen Preis, traut man sich auch es hart ran zu nehmen. Der verwendete An.58 Stahl ist rostfrei und in meinen Augen am ehesten mit einem sehr harten 420er Edelstahl zu vergleichen. Das Messer ist ordentlich verarbeitet und auch die Scheide macht einen guten Eindruck. Eine klare Empfehlung für den absolut fairen Preis. 


Das Bowie-Messer und das Waffengesetz - Sind diese legal?

Wenn man die brachialen Bowie Messer sieht, stellt man sich natürlich unweigerlich die Frage, ob diese nach dem deutschen Waffengesetz überhaupt legal oder doch verboten sind. Nun, diese Frage werde ich sehr gerne in den nachfolgenden Abschnitten mit Ihnen klären. Doch bitte beachten Sie, dass ich Ihnen hier mangels vorhandenem Jura-Studium keine verbindliche Rechtsbelehrung geben kann. Aber bitte seien Sie versichert, dass ich die nachfolgenden Aussagen nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert habe. Bitte vergewissern Sie sich auch immer noch einmal selbst mit einem Blick in die aktuelle Fassung des Waffengesetzes. 

So, zunächst einmal die guten Nachrichten. Bowie Messer zählen nach dem Waffengesetz nicht zu den verbotenen Waffen und sind demnach erst einmal legal. Damit unterscheiden Sie sich maßgeblich von beispielsweise den Faustmessern, Nunchakus oder einem Balisong.

Sie dürfen ein Bowie Messer also völlig legal kaufen und besitzen. Allerdings müssen Sie die Klingenlänge beachten. Der absolute Großteil dieser Messer sind gewaltig. Die meisten Bowie Messer sind mit einer weit mehr als 12 cm langen Klinge ausgestattet.  

Bowie auf weißem Untergrund

Ein Bowie Messer mit einer über 12 cm langen Klinge darf leider nicht mehr frei in der Öffentlichkeit geführt werden. Außer es dient einem allgemein anerkannten Zweck, wie beispielsweise der Jagd. Ob auch Bushcraft hierzu zählt ist schwer zu beantworten. In meinen Augen ja, aber um sicher zu gehen würde ich es nicht darauf anlegen, außer es handelt sich um das eigene Grundstück. Transportiert werden müsste es dann in einem verschlossenen Behältnis. 

Bowie Messer mit 12 cm langer Klinge

Nun fragen Sie sich vielleicht, ob es auch ein Bowie Messer mit einer 12 cm langer Klinge gibt, dass man auch außerhalb des eigenen Grundstücks frei führen darf. Aus eigener Erfahrung muss ich Ihnen leider sagen, dass es gar nicht so einfach ist ein solches Modell zu finden. Die meisten Bowie sind wie gesagt brachial und damit deutlich länger. Die einzigen Modelle, die ich gefunden habe, die in meinen Augen gerade noch so als Bowie Messer durchgehen und eine 12 cm lange Klinge aufweisen, sind die nachfolgenden beiden.

Zum einen gibt es vom oben vorgestellten Nieto Apache noch eine kürzere Variante mit einer 12,1 cm langen Klinge. Ich denke die 0,1 cm mehr fallen weniger ins Gewicht und sollten gerade noch so durchgehen. Dieses wartet mit den selben Vorteilen auf wie der größere Bruder. Guter und günstiger Stahl und das klasse Full-Tang-Design.

Zum anderen gibt es noch das kleinere Mark 1 von Linder. Dieses Bowie-Messer hat eine genau 12 cm lange Klinge und besteht aus dem sehr ordentlichen rostfreiem 440 C-Edelstahl. Ich selbst besitze das etwas größere Mark 2 und bin mit diesem sehr zufrieden. Besonders positiv sind mir bei diesem Modell die sehr hochwertige Verarbeitung und die schöne Lederscheide aufgefallen.